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Für eine Zeitreise ins Mittelalter hat sich am Mittwoch, den 01.06.22, die Klasse 7d nach Landshut auf den Weg gemacht. Dort erwartete sie der Stadtführer Eugen Eder, um sich mit den Schülern und Schülerinnen auf Spurensuche in der Altstadt zu begeben. Von zentraler Bedeutung für die Stadt ist das historische Dokumentarspiel „Landshuter Hochzeit von 1475“, das alle vier Jahre veranstaltet wird. Es handelt sich dabei um eines der größten Mittelalterfeste Europas. Die geschichtliche Grundlage dafür ist die Hochzeit zwischen dem 20-jährigen Georg dem Reichen, Sohn des bayerischen Herzogs Ludwig des Reichen, und der 18-jährigen polnischen Königstochter Hedwig Jagiellonica, die am 14.und 15. November 1475 stattfand. Nach Berichten waren zehntausend hochrangige Gäste, u. a. der Kaiser, bei den Festivitäten anwesend, tranken, tanzten und vergnügten sich beim Ritterturnier. Um die Ereignisse für die Schüler und Schülerinnen erlebbar zu machen, begaben sie sich in den Prunksaal des Landshuter Rathauses, in dem mehrere Wandmalereien aus dem 19. Jahrhundert davon erzählen.

Getraut wurden die Eheleute in der Martinskirche, einem der bedeutendsten gotischen Monumentalbauten Süddeutschlands. Zudem ist es ein Bauwerk der Superlative, denn der Turm ist mit seinen 130 Metern sowohl der höchste Kirchturm Bayerns als auch der höchste Backsteinsturm der Welt. Erbaut wurde die Stadtpfarrkirche zwischen 1343 und 1500 während der Regentschaft dreier Herzöge, die alle den Beinamen „der Reiche“ hatten. Dafür brauchte man 1,86 Millionen Ziegelsteine, die in der Umgebung Landshuts gebrannt wurden. Neben dem Altar, dem Holzkruzifix und der Rosenkranzmadonna ist das sogenannte „Hitlerfenster“ eines der Hauptattraktionen der Kirche. Nachdem im Zweiten Weltkrieg die Kirchenfenster zerstört worden waren, brauchte man neue. Der Münchner Künstler Max Lacher kreierte 1946 eines davon. Als Mahnung an das unsägliche Leid, welches die NS-Diktatur über die Menschheit gebracht hatte, stellte er die NS-Größen Adolf Hitler, Hermann Göring und Joseph Goebbels als Folterknechte des heiligen Kastulus dar. Dieser starb im 3. Jahrhundert den Märtyrertod, da er als Christ verfolgt worden war.

Nach der kurzweiligen Stadtführung bekamen die Schüler/-innen noch etwas Zeit, um sich zu stärken und die Innenstadt in Kleingruppen zu erkunden. Am Nachmittag begab man sich dann redlich müde, aber um viele Eindrücke reicher auf den Heimweg.

Brigitte Plab, OStRin, und Doris Mitterer, OStRin

Gymnasium Dingolfing