Abdel Jabbar ist ein junger Afghane, der vor rund einem Jahr aus seiner Heimat fliehen musste. Der Grund ist ein bewegendes Ereignis. Alles begann, während er mit seinem Vater auf dem Markt seiner Stadt einkaufte. Er war gerade erst eine halbe Stunde dort, so Abdel Jabbar, als er von den Taliban eine Tüte in die Hand gedrückt bekam, und den Auftrag erhielt, diese für kurze Zeit aufzubewahren. Der junge Mann hatte keine andere Wahl und so nahm er sie an sich. Kurze Zeit später traf die Polizei ein, überprüfte die Tüte, welche Abdel noch immer bei sich trug, und fand darin Drogen. Dies führte dazu, dass der Jugendliche von der Polizei festgenommen wurde. Glücklicherweise konnte sein Vater ihn aus dem Gewahrsam freikaufen und schickte seinen Sohn anschließend sofort los, ins Ausland zu fliehen, da er in Afghanistan - nun von der Polizei und von den Taliban gesucht - nicht länger sicher war. So begann die Reise von Abdel Jabbar. Insgesamt 3 Monate war er mit rund 35 Menschen unterwegs, um sich ein sichereres Leben in einem neuen Land aufzubauen. Zwischen 12 000 und 13 000 US-Dollar musste seine Familie für die Flucht bezahlen, mit der er seitdem keinen Kontakt mehr hat und dadurch in grausamer Ungewissheit lebt, wie es ihr und seinen Freunden geht. Besonders anstrengend und auslaugend war die Reise durch die häufigen Kontrollen, vor allem im Iran und in Bulgarien, aber auch die Tatsache, dass er den Großteil der rund 5 000 Kilometer zu Fuß gehen musste. Schließlich erreichte er Passau, wo er einen Monat verbrachte, und anschließend nach Landau verlegt wurde. Nun lebt er seit einigen Monaten in Dingolfing in einer Flüchtlingsunterkunft. Dort verbringt er den Tag mit circa 20 Leuten und teilt sich sein Zimmer mit insgesamt vier Personen. Besonders mit der Behandlung hier in Deutschland ist er zufrieden, meinte Abdel, allerdings wird zwischen den Flüchtlingen leider nicht ausreichend differenziert. Es gibt gute und schlechte Menschen, auch bei den Flüchtlingen, so seine Meinung. Aber man sollte nicht alle als schlecht ansehen, nur weil einige Flüchtlinge sich nicht an die Regeln halten. Auf die Frage, ob er hier in Deutschland für immer bleiben wolle, antwortete er mit Ja. Abdel Jabbar möchte hier in Deutschland eine Ausbildung zum Automechaniker beginnen, eine Familie gründen und ein besseres Leben führen. Man kann nur hoffen, dass ihm dieser Wunsch erfüllt wird.

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