Prag – bedeutende königliche und kaiserliche Residenzstadt im Heiligen Römischen Reich und im 14. Jahrhundert unter der Regentschaft Karls IV. ein politisch-kulturelles Zentrum in Europa – ist auf jeden Fall eine Reise wert! Auf Einladung der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildung machten sich also am Dienstag, den 12.11.2019, um 6.30 Uhr morgens 28 Schülerinnen und Schüler zur vierstündigen Busfahrt nach Prag auf. Zusammen mit ihren Lehrkräften Herrn Kölnsperger und Frau Fischer besuchten sie die erst 2014 eröffnete Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Hauptstadt der Tschechischen Republik. Dort wurde die Schülergruppe vom stellvertretenden Leiter, Herrn Christopher Vickers, herzlich empfangen und danach in einem kurzen Vortrag über die Tätigkeiten und Zielsetzung der Repräsentanz informiert. Sie intensiviert nämlich die Beziehungen Bayerns zur tschechischen Regierung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft über gemeinsame Projekte und Veranstaltungen und als Schaufenster Bayerns. Dazu stehen die Mitarbeiter vor Ort in ständigem Austausch mit tschechischen und deutschen Partnerorganisationen, u.a. mit Ministerien, Botschaften, Kommunen, Kultur-, Wirtschafts- und Wissenschaftsinstitutionen. Außerdem informiert die Repräsentanz die tschechische Öffentlichkeit über Bayern, unter anderem im Rahmen von Konferenzen, Diskussionsforen und kulturellen Veranstaltungen.

Im Anschluss gewährte Herr Jan Sícha  einen Einblick in seine – durchaus auch kritische – Sicht auf die Entwicklung der tschechisch-bayerischen Beziehungen. Herr Sícha  ist 1995 in der Kulturabteilung des Außenministeriums Prag tätig, seit 1997 im Kulturreferat der Tschechischen Botschaft in Bonn, 2004 als Gründungdirektor des Tschechischen Zentrums in München. Er ging er unter anderem auf die Zusammenarbeit im Bereich der Wirtschaft ein, die seiner Meinung nach sehr gut sei, jedoch zum Teil auch dazu führe, dass die in manchen Bereichen weniger strikten Regelungen in Tschechien ausgenutzt würden.

Als Streikführer zur Zeit der tschechischen, sogenannten Samtenen Revolution fungiert er außerdem als interessanter Zeitzeuge, der seine persönlichen Erlebnisse während der demokratischen Revolution nach dem Fall des Eisernen Vorhangs schilderte. Mit der Schreibmaschine tippte er mit seiner heutigen Frau verbotene Schriften im Keller ab. Sie lasen sie in Kleingruppen vor, die sich heimlich trafen und lebten immer in der Gefahr, verraten zu werden. In diesem Zusammenhang gab er in humorvoller und unterhaltsamer Weise Tipps zur Durchführung einer demokratischen, gewaltfreien Revolution.

Nach einem Mittagessen erhielt die Schülergruppe einen spielerisch-interaktiven Sprachkurs, um Grundlagen der tschechischen Sprache erlernen. Diese Sprache sei, wie Herr Sícha zuvor schon scherzhaft meinte, deshalb so kompliziert, damit sie zwischen den Mächten Russland und Deutschland sozusagen überleben konnte. Den Schülerinnen und Schülern gelang es jedoch trotzdem innerhalb kurzer Zeit, wichtige Wörter und Redewendungen zu erlernen.

Auf einer einstündigen Stadtführung nahm dieser kurzweilige Tag schließlich sein Ende. Nach der Besichtigung der Highlights der Stadt, wie der weltberühmten Karlsbrücke, dem Veitsdom oder der Prager Rathausuhr, ging es auf die Rückreise. Da leider für eine ausführliche Besichtigung der Stadt, zum Beispiel der Burg, zu wenig Zeit blieb, war allen klar, dass man in jedem Fall für einen längeren Besuch noch einmal in diese interessante und wunderschöne Stadt zurückkehren sollte.

Hubert Kölnsperger, Julia Fischer-Döring

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