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Damals wie heute?
Theater gegen Antisemitismus und Rassismus am Gymna
sium Dingolfing

Unsere Gesellschaft wird immer vielfältiger. Umso wichtiger ist es, Vorurteile abzubauen, sich mit Themen wie Antisemitismus und Rassismus auseinanderzusetzen und andere aufzufordern, nicht wegzusehen.
Am vergangenen Mittwoch trat deshalb die Theatergruppe des Projekts „ReMember“ vor den Neunt- und Zehntklässlern des Gymnasiums Dingolfing auf. Sie besteht aus elf Jugendlichen aus dem Raum Schwandorf, viele davon mit Flucht- oder Migrationshintergrund, die sich ein halbes Jahr intensiv mit den Themen Antisemitismus und Rassismus auseinandergesetzt und anschließend ihr eigenes Theaterstück „Damals wie heute?“ in Zusammenarbeit mit dem KZ Flossenbürg und MIND prevention sowie mit Unterstützung des Bundesprogramms „Jugend erinnert“ erarbeitet haben.
In dem Bühnenstück zeigt die Theatergruppe Situationen auf, in denen Jugendliche wegen ihrer jüdischen Religion oder ihrer Herkunft etwa in der Schule, in der Öffentlichkeit oder bei Behörden diskriminiert oder angefeindet werden, und fordert somit zur Selbstreflexion auf. Durch anschließend gezeigte Videoausschnitte und Bilder realer Übergriffe auf Juden oder Menschen mit Migrationshintergrund wird aber schnell deutlich, dass diese Szenen vielmehr Realität als Fiktion sind. Dabei wird auch immer wieder Bezug auf die Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus genommen, indem Bilder der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg oder Zitate von Verfolgten gezeigt und immer wieder Szenen eingebaut wurden, die die Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus nachstellen.
Die gezeigten Szenen boten einen guten Anhaltspunkt für die anschließende Gesprächsrunde, in der die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, den Schauspielerinnen und Schauspielern Fragen zum Thema Rassismus und Antisemitismus zu stellen. Dabei wurden Fragen wie etwa „Was kann ich gegen Rassismus/Antisemitismus tun?“, „Was soll ich tun, wenn ich beobachte, dass jemand Rassismus erlebt?“ und „Wie können wir aus der Vergangenheit lernen?“ diskutiert. Außerdem erzählten die Mitglieder der Theatergruppe von ihrer persönlichen Geschichte und ihren Erfahrungen mit Rassismus, was einmal mehr deutlich machte, wie aktuell dieses Thema leider immer noch ist.
Die junge Theatergruppe setzte durch die moderne und lebendige Herangehensweise mit ihrer Inszenierung ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus und für mehr Toleranz und Zivilcourage. Am Ende waren sich die Schülerinnen und Schüler daher einig, dass dieser Auftritt ein wahrer Gewinn für alle war.
Milena Lentner (Gymnasium Dingolfing)

 

 

Gymnasium Dingolfing