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Nach einigen Jahren konnten die Achtklässler des Gymnasiums wieder die Dingolfinger Moschee besuchen, die zur DITIB Islam-Gemeinde gehört.
Nach der trockenen Theorie, die die Schüler und Schülerinnen im Unterricht des letzten Jahres über den Islam gelernt hatten, war es eine gute Gelegenheit, das bereits eingetrocknete Wissen wieder aufzufrischen und ihnen völlig neue Eindrücke und Sichtweisen zu ermöglichen.

Nach einem Fußmarsch an der Moschee angekommen, wurden sie von Ersin Akbaba, dem Vorstand der islamischen Gemeinde, dem Imam Recep Erdem und Kasim Canol, dem interreligiösen und kulturellen Beauftragten der islamischen Gemeinde in Dingolfing, begrüßt. Dieser führte sie in den Themenbereich ein, erzählte über die Entstehung des Islams, die Erbauung der allerersten Moschee in Quba, einem Vorort Medinas, sowie über den Propheten Mohammed und gab allerlei interessante Informationen, beispielsweise über die Kaaba.
Anschließend traten alle näher an den Brunnen im Vorhof, der schon von den meisten Achtklässlern fasziniert beäugt worden war: Es handelte sich um die Mīdā’a, den Waschbrunnen, an dem die rituelle Waschung stattfindet. Unterschieden wird zwischen der „kleinen“ und „großen“ Waschung. In der kleinen Waschung wäscht man vor dem Gebet verschiedene Gliedmaßen und auch Nase und Ohren, jeweils dreimal, während man bei der großen Waschung, simpel ausgedrückt, „sich ganz abduscht“, sofern man „unrein“ ist, also eine Sünde begangen hat oder z.B. mit Blut in Berührung gekommen ist. Eine Schülerin äußerte sich dazu, sie finde den Waschbrunnen am Eingang recht klug, da man dann sauber sei beim Beten

Dann kam der Teil der Führung, der mit Sicherheit am spannendsten für die Jugendlichen war: Sie durften den Gebetsraum betreten, nachdem sie alle ihre Schuhe ausgezogen hatten, damit die nächsten Betenden nicht im hereingebrachten „Schmutz“ knien müssen. Erstaunt betrachteten alle die Qibla, die reich verziert war mit bunten, türkis-rot bemusterten Fliesen, die auch die Gebetsnische und die Kanzel überzogen; das hatten die meisten von ihnen nun zum ersten Mal nicht nur aus dem Schulbuch betrachten dürfen.
Canol erklärte die Schriften, die abgebildet waren, dass alle, an Mustern im Boden orientiert, oder sogar durch digitale Hilfe, in Richtung Mekka beteten. Er demonstrierte zudem die Gebetsabläufe anschaulich, klärte die Trennung zwischen Männern und Frauen in der Moschee auf und beantwortete etliche Fragen.

Imam Erdem sang den Gebetsruf des Muezzin, was viele Schüler beeindruckte, da sie den Gebetsruf bisher noch nie in echt, und wenn dann nicht so nah, hören duften.
Zudem lernten die Schülerinnen und Schüler von ihm, dass der Islam nicht nur aus den fünf Säulen (Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, Almosen, Wallfahrt) besteht, sondern viel mehr: Zusammenhalt und Frieden, was die Routine, dass bei jedem Gebet jemand anderes aus der islamischen Gemeinde den Gebetsruf vollführen darf, gut veranschaulicht.

Nach diesem Erlebnis waren sich viele der Jugendlichen einig: So ein Besuch in der Moschee ist ohne jeglichen Zweifel eine gute Vertiefung zum Religions- oder Ethikunterricht und bietet interessante und spannende neue Möglichkeiten, Meinungen sowie Begeisterung.  Etwas zu lernen und in echt zu erleben ist ein großer Unterschied – und wird auch in Zukunft mit Wohlwollen entgegengenommen werden.

 

– Helena Guevara 8d

 

Gymnasium Dingolfing