„Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.“ (Platon) Aus diesem Grund war die Entscheidung leicht getroffen, sich für das Ferienseminar in Passau zu bewerben, als sich die Möglichkeit bot. Natürlich war ich – Leonhard Bertolini – begeistert, als mir unsere sehr engagierte Beauftragte für Begabtenförderung, StRin Julia Bagung mitteilte, dass ich zusammen mit einigen weiteren Gymnasiasten und Gymnasiastinnen aus ganz Niederbayern im Bewerbungsverfahren erfolgreich gewesen war und unsere Schule vertreten durfte.
Schon bei der Ankunft wurden wir herzlich von unserer Seminarleiterin OStRin Silke Rager und StRef David Zamorano begrüßt und in das Seminarkonzept eingeführt, worauf wir unsere Zimmerschlüssel erhielten.
Unser erster Vortrag von Simon und Emanuel Pittrich hatte das Thema „Im Team kreativ zusammenarbeiten“. Und schon war der Anstoß gegeben, spielerisch in bewerbungsähnlichen Gruppenaufgaben die ersten neuen Kontakte zu knüpfen und uns kreativ zu betätigen. Darauf hielt Dr. Christian Kelnberger einen Vortrag zur Musik der Shakespearezeit, in dem wir, nach einem theoretischen Teil selbst musikalisch aktiv werden und Stücke aus dieser Zeit mit Musik und Gesang nachstellen konnten. Um den Tag abzurunden, gab es mit einigen Fußball- und Volleyballspielen nach dem Abendessen noch ein Fitnessprogramm.
Der nächste Tag begann ebenso sportlich mit Frühsport – Joggen über die Veste Oberhaus – und gab uns einen ersten Einblick in die Stadt Passau und ihre Umgebung. Nach dem Frühstück präsentierte uns Julian Leske einen autobiografischen Alltagsbericht zum Thema Autismus. Es war ein einschneidendes Erlebnis, einen so persönlichen Einblick in das Leben eines Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung zu erhalten, was sich, wie nach den meisten Veranstaltungen, in einer ausgiebigen Fragerunde widerspiegelte. Anschließend referierte Frau Rager zu einem für uns sehr wichtigen Thema, „Förderung durch ein Stipendium“. Darauf folgte ein humorvoller Vortrag von Dr. Markus Hünemörder, der bereits mehrfach an unserer Schule zu Gast war, über die aktuelle Situation in den USA, was ebenfalls viel Stoff für eine sich anschließende Fragerunde bot. Zum Abschluss des Tages stand ein Workshop zum Thema „Präsentieren und Artikulieren“ mit Frau Elisabeth Hübner auf der Tagesordnung; hier konnten wir mit spielerischen und theatralischen Übungen aus dem Bereich Stimm- und Körpertraining unsere Stimmen stärken.
Am darauffolgenden Tag hielt nach dem täglichen Frühsport Prof. Dr. Alexander Straßner einen Vortrag über Terrorismus und seine Folgen, der philosophische Denkanstöße und Impulse zur persönlichen Reflexion beinhaltete. Danach gab Prof. Dr. König uns einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten und einen Ausblick darauf, wie KI diese Arbeitsweise beeinflussen könnte. Am Abend durften wir nach einem theoretischen Teil zur Astronomie selbst aktiv werden: Wir konnten durch verschiedene Teleskope der Sternwarte Passau den Mond sowie ein vermeintliches Doppelsternsystem und weitere Himmelskörper betrachten.
Der erste Vortrag am Donnerstag handelte von Sozialpsychologie, über die uns Prof. Dr. Dr. Falk Pössnecker aufklärte. Es gelang ihm mühelos, uns mit psychologischen Experimenten und deren geschichtlichem Zusammenhang zu faszinieren. Nach dem Mittagessen begaben wir uns zur Donau, um eine Schifffahrt durch die Dreiflüssestadt anzutreten, der eine außergewöhnlich spannende Führung durch das historische Passau folgte. Unsere Gästeführerin war in barocke Kleidung geschlüpft und legte die geschichtlichen Zusammenhänge vor der umwerfenden Kulisse der Stadt dar. An unserem letzten Abend entschieden wir uns dazu, in der großen Gruppe einige Runden „Werwolf“ zu spielen.
Am Freitagvormittag ermöglichte Prof. Dr. Tomas Sauer es uns, mehr über Röntgentechnik und Datenkompression zu erfahren, indem er uns von seinen Projekten über Mumien und Musikinstrumente erzählte und die verwendeten Mechanismen veranschaulichte. Zum Abschluss hielt Lukas Prommersberger, der vor einigen Jahren selbst am Ferienseminar teilgenommen hatte, seinen Praxisbericht „Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Welt“, der uns Fördermöglichkeiten in Schule und Studium aufzeigte. Den Abschluss des Seminars bildeten selbsterstellte Präsentationen über die „Aha-Momente“ der vergangenen Woche, der Herr Ltd. OStD Peter Brendel krankheitsbedingt leider nicht beiwohnen konnte. Als dann schließlich die Urkunden verteilt wurden und den uns betreuenden Lehrkräften ein kleines Abschiedsgeschenk übergeben wurde, stellte sich Wehmut angesichts des bevorstehenden Abschiednehmens ein. Doch auch wenn die Woche wie im Flug vergangen war, das entstandene Netzwerk bleibt bestehen.
Insgesamt war das Ferienseminar 2025 ein eindrucksvolles Erlebnis, das es uns ermöglichte, Neues zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und neue Freunde zu finden. Ich würde mich freuen, wenn auch im Jahr 2026 Dingolfing wieder im Ferienseminar vertreten ist.
Leonhard Bertolini (Q13)
Claudia Janca (Haus der Jugend)

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