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„Das Wichtigste ist, nicht aufzuhören zu fragen.“ (Albert Einstein). Mit diesem Satz im Hinterkopf machten wir – Niklas Weller und Sophia Huber – uns auf den Weg zum Ferienseminar nach Passau ins Haus der Jugend. Die Freude war bereits groß, als uns Frau Ottl die Möglichkeit zur Bewerbung mitteilte, und umso größer, als wir schließlich beide angenommen wurden.

In Passau wurden wir herzlich von unserer Seminarleiterin OStRin Silke Rager und StRef Christoph Fortner empfangen und starteten mit einem gemeinsamen Mittagessen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde aller Teilnehmer hatten wir beim Vortrag „Im Team kreativ zusammenarbeiten“ von Emanuel Pittrich die Chance, uns zwischen Team-Challenges und Dominosteinen besser kennenzulernen. Den Anreisetag rundete der Vortrag „Musik der Shakespearezeit – Theorie und Praxis“ von Dr. Christian Kelnberger ab. Nach etwas Theorie durften wir uns dann auch selbst an die Instrumente setzen und „Fine Knacks for Ladies“ musizieren. Im Nachgang kam im Austausch untereinander heraus, dass viele und auch uns beide dieser Vortrag trotz anfänglicher Skepsis am stärksten positiv überrascht hatte.

Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand dann die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Politik und Gesellschaft. Zunächst erörterte Prof. Dr. Alexander Straßner „Probleme von Erkenntnis und Wissenschaft am Beispiel Terrorismusforschung“ – unterstützt durch seine kleine Tochter als „Assistentin“. Diese dadurch bereits offensichtliche Bodenständigkeit und die ausgeprägten rhetorischen Fähigkeiten des Referenten zogen uns sofort in den Bann und wir folgten gespannt seinen Ausführungen zu den Eigenschaften und Problemen der Wissenschaft und konnten nachvollziehen, wieso selbst er den Begriff „Terrorismus“ nach so vielen Jahren der Forschung nicht klar definieren konnte. Mit seiner abschließenden These „Wissenschaft ist Willkür“ schickte er uns alle mit einem noch ratternden Kopf zum Mittagessen. Danach bekamen wir von Dr. Markus Hünemörder ein USA-Update; die informative und zugleich kurzweilige Vortragstechnik von Dr. Hünemörder hatten wir bereits einige Male an unserer Schule erleben dürfen. Nach dem gemeinsamen Abendessen folgte für viele das Highlight der Woche. Elisabeth Hübner übte mit uns das Präsentieren und Artikulieren und lockte uns damit wirklich alle aus der Komfortzone heraus. Nach verschiedensten Schauspielübungen und einer theatralischen Interpretation der „Karawane“ von Hugo Ball waren wir als Gruppe endgültig zusammengeschweißt.

Am Mittwoch erklärte uns Dr. Jutta Krogull die Auswirkungen der globalisierten Welt auf (nieder-)bayerische Unternehmen und erläuterte, was die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft damit zu tun hat. Nach dem gemeinsamen Mittagessen skizzierte der ehemalige Teilnehmer des Ferienseminars Lukas Prommersberger auf Augenhöhe seinen Studienweg für uns und zeigte auf, welche Fördermöglichkeiten es auch für uns nach der Schule gibt. Nach der täglichen Kaffeepause mit leckeren Kuchen wurden wir außerdem von Silke Rager über Stipendien aufgeklärt und erhielten Informationen über viele bis dato unbekannte Chancen, die wir nach dem Abitur ergreifen könnten. Abends besuchten wir die Sternwarte Veste Oberhaus. Nach einem spannenden Vortrag über unser Sonnensystem von Thomas Loher und Florian Steimer durften wir selbst aktiv werden. Die Venus, den Mond und viele Gestirne mehr konnten wir durch die Teleskope bis spät in die Nacht bestaunen.

Nach einer morgendlichen Yogaeinheit und einem stärkenden Frühstück erzählte uns Prof. Dr. Auer, wie Virtual Reality das Gehirn austrickst und wie er mit seinem Team Chirurgen mit Augmented-Reality-Brillen operieren lässt. Wir hatten dabei die Möglichkeit, eine professionelle VR-Brille aufzusetzen und selbst eine aus Holz zu basteln, die wir mit unseren Handys bedienen können. Im zweiten Teil seines Vortrags gab uns Prof. Dr. Auer Einblicke in die Origami-Kunst und darin, mit welchen mathematischen Nachweisen man dabei arbeiten kann. Als Überraschung hatte er uns einige seiner Origami-Figuren mitgebracht und die ganze Gruppe staunte, als er einen Hai, einen Drachen und vieles mehr aus seinem Rucksack holte. Nach dem Mittagessen gingen wir alle gemeinsam Richtung Passau und genossen eine Schifffahrt rund um die Drei-Flüsse-Stadt. Anschließend begaben wir uns bei einer Führung auf eine Zeitreise durch die Geschichte Passaus; unsere Stadtführerin war nicht nur sehr authentisch in historische Gewänder gekleidet, sondern auch ihre Sprache war altertümlich eingefärbt, so dass uns geschichtliche Ereignisse sehr lebendig vor Augen geführt wurden.

Am letzten Tag bildete der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Sauer den krönenden Abschluss dieser eindrucksvollen Woche. Er zeigte uns, wie er Kulturgüter digitalisiert und anschließend druckt. Der spannendste Teil waren wohl die Erzählungen und Bilder davon, wie er eine echte Mumie scannte und dadurch ein virtuelles Abbild vom Innenleben erstellen konnte. Nach einer kurzen Abschlusspräsentation, in welcher wir die Woche Revue passieren ließen und Silke Rager uns humorvoll als „das Ferienseminar der tausend Fragen“ bezeichnete, war es Zeit für die Übergabe der Zertifikate, die Pressefotos und schlussendlich für ein trauriges „Auf Wiedersehen“.

Zusammenfassend war das Ferienseminar 2026 für uns beide eine großartige Erfahrung, die uns so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wird. Nicht nur aufgrund der spannenden Vorträge, sondern besonders dadurch, dass man in dieser kurzen Zeit so tolle neue Freundschaften knüpfen, über sich selbst hinauswachsen und viele Erfahrungen sammeln durfte.

Sophia Huber (Q13)

 

 

Gymnasium Dingolfing