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Emma Schnitzer, Matilda Schumann und Tamara Strasdas für die Jahresbestleistungen in der Abiturprüfung im Fach Deutsch von der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. ausgezeichnet

 

Grund zu großer Freude hatten am Tag der Entlassfeier die Abiturientinnen Emma Schnitzer, Matilda Schumann und Tamara Strasdas. Im Rahmen der Absolvia 2026 wurde ihnen am 26. Juni 2026 nicht nur die Allgemeine Hochschulreife verliehen; zugleich wurden ihre hervorragenden Arbeiten im diesjährigen Deutschabitur mit einem kostenlosen Jahresabonnement der Zeitschrift Der Sprachdienst von der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. honoriert.

 

Mit besonderer Spannung war das erste Abitur am neuen G9 erwartet worden. Neuerungen sind zum einen den Anpassungen im LehrplanPLUS, zum anderen dem ländergemeinsamen Konvergenzprozess geschuldet. Unabhängig davon blieben jedoch zentrale Komponenten des schriftlichen Abiturs im Fach Deutsch auf erhöhtem Anforderungsniveau erhalten. Die Aufgaben boten schließlich keine unangenehmen Überraschungen, sondern deckten die im Vorfeld kommunizierten Aufgabenformate ab. Im Rahmen der Interpretation literarischer Texte war eine Option die Interpretation des Gedichts „Wann kam die erste Nachtigall darauf“ von Hellmuth Opitz aus dem Jahr 2022. Zu diesem Ausgangstext sollte ein Gedichtvergleich zu Joseph von Eichendorffs Gedicht „Nachklänge“ erstellt werden. Eine weitere Auswahlmöglichkeit war die Interpretation eines epischen Textes, nämlich eines Auszugs aus Bertolt Brechts „Der Augsburger Kreidekreis“. Die Zusatzaufgabe hierzu war die vergleichende Herausarbeitung der Gestaltung der Richterfiguren in Brechts Erzählung und Heinrich von Kleists Drama „Der zerbrochene Krug“. Das Drama war als verpflichtende länderübergreifende Lektüre im Unterricht behandelt worden. Im Zuge des materialgestützten Informierens sollte ein informierender Beitrag über das Motiv des Automobils in der Literatur um 1900 für eine Projektzeitung verfasst werden. Die übergeordnete Themenstellung lautete „Mobilität gestern – heute – morgen“. Diese Aufgabenstellung bezog sich auf das länderübergreifende Themenfeld „Literatur um 1900“. Schließlich stand als vierte Alternative ein pragmatischer Text von Eva Menasse mit dem Titel „Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne“ zur Wahl. Der Text musste hinsichtlich des Gedankengangs und der Intention analysiert werden. Danach sollten die Positionen der Autorin erörtert werden, wobei die Kenntnisse der Schüler zum weiteren länderübergreifenden Themenfeld „Sprache in politisch-gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen“ mit einbezogen werden sollten.

 

Die drei Schülerinnen hatten sich jeweils mit Brechts Erzählung auseinandergesetzt und die Aufgabe inhaltlich äußert fundiert und souverän auf einem sehr hohen gedanklichen Niveau gemeistert. Sehr großes Geschick bei der Literaturinterpretation auf der Basis plausibler Deutungshypothesen beeindruckte ebenso wie tiefgehendes philosophisches Hintergrundwissen, das die Deutung des zu bearbeitenden Textauszugs abrundete. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Richterfiguren wurden von allen drei Abiturientinnen differenziert und unter Nachweis sicheren Hintergrundwissens über Brecht und einer gründlichen Textkenntnis des Kleist’schen Dramas herausgearbeitet. Ebenso überzeugend waren der klare und stringente gedankliche Aufbau sowie die versierte sprachlich-stilistische Gestaltung der Ausführungen.

 

Für diese jeweils exzellenten Gesamtleistungen erzielten die drei Absolventinnen jeweils die Bestleistung von 15 Punkten und wurden von der Fachschaft Deutsch als diesjährige Preisträgerinnen vorgeschlagen. Als Anerkennung erhalten sie von der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. die genannte Auszeichnung. Im Rahmen der feierlichen Absolvia in der Stadthalle Dingolfing am 26. Juli 2026 konnte Schulleiterin OStDin Kerstin Schieler die Abiturientinnen mit einem ersten Materialpaket überraschen und beglückwünschte sie zu ihrem Erfolg. An dieser Stelle nochmals alles Gute und herzlichen Glückwunsch zu den herausragenden Ergebnissen. Damit einher geht der Wunsch, die Preisträgerinnen mögen sich auch zukünftig ihr Interesse für die deutsche Sprache und Literatur bewahren und es weiter vertiefen. Die Schule bedankt sich herzlich bei der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. für die großzügige Unterstützung und Bereitschaft, jährlich die Würdigung der Jahrgangsbesten im Fach Deutsch durch die Vergabe des Freiabonnements zu ermöglichen.

 

Elisabeth Rembeck

 

 

Gymnasium Dingolfing