Auch dieses Jahr fanden für die zehnten Klassen wieder die Tage der Orientierung in Windberg statt. Für die Klassen 10c, d und g gingen sie von 13.-15.07, für die 10a und b von 15.-17.07.
Die Schülerinnen und Schüler gingen mit verschiedenen Erwartungen in die TDOs, unter Anderem die Stärkung der Klassengemeinschaft, das bessere Kennenlernen von sich selbst, die Möglichkeit, über Probleme reden zu können, eine Erholung vom Schulstress, usw.
Nach der Ankunft in Windberg gab es drei Stunden zur freien Verfügung, die von fast allen draußen am Sportplatz vor dem Haus verbracht wurden. Dort konnte man Volleyball, Basketball und Tischtennis spielen, seinen Gleichgewichtssinn auf der Slackline unter Beweis stellen oder sich einfach mit seinen Klassenkameraden im Schatten über die neusten Ereignisse austauschen. Danach folgte ein gemeinsames Kaffee-/Teetrinken und Kuchenessen, das half, nach den schweißtreibenden sportlichen Aktivitäten wieder zu Kräften zu kommen. Im Anschluss traf man sich klassenweise im Gruppenraum, wo die ersten beiden von insgesamt fünf Einheiten stattfanden. Das Ziel des ersten Tages war es, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich dadurch besser kennenzulernen. Mit Hilfe eines Enneagramm-Typen-Tests wurde mehr über die eigene Persönlichkeit herausgefunden, wobei es neun verschieden Typen gab: den Kritiker, den Künstler, den Helfer, den loyalen Mensch, den Leistungs-/Erfolgsmensch, den Denker, den Optimist, den Anführer und den Friedensstifter. Außerdem sollten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Geschehnissen des letzten Jahres befassen und diese anschließend in eine Karte eintragen. Die Orte darauf trugen jedoch keine normalen Namen, sondern waren Symbole für verschiedene Gefühlslagen, wie z. B. der Tränenbach für Traurigkeit oder der High Feeling Point für absolute Freude. Zusätzlich sollte man sich Gedanken über die eigene Zukunft machen und seine Wünsche diesbezüglich auch in die Karte einzeichnen. Nach dem Abendessen gab es die Möglichkeit, mit den Klosterbewohnern am Vesper (Abendlob) teilzunehmen. In diesem auf Deutsch gesungenen Chorgebet wurden von zwei Gruppen abwechselnd verschiedene Psalmen und Lieder gesungen und Fürbitten gebetet. Nach Einbruch der Dunkelheit begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf einen besinnlichen Abendspaziergang, bei dem an verschiedenen Stellen kurze Pausen eingelegt wurden, um über kurze vorgelesene Geschichten nachzudenken und darüber zu diskutieren. Den Rest den Abends konnte man im Stüberl mit den Mitschülern verbringen.

Der nächste Tag begann um 7:30 mit einem Aufweckungsritual des Jugendhauses, das für Einige sehr überraschend kam: Eine Viertelstunde lang wurde moderne Musik über die Lautsprecher auf den Gängen gespielt, die zum Aufstehen anregen sollte. Danach begab man sich zum Frühstücken und traf sich wieder im Gruppenraum, wo die nächsten beiden Einheiten auf dem Programm standen. Das Ziel dieser war es, die Anderen besser kennenzulernen und die Klassengemeinschaft zu stärken. Hierfür wurden verschiedene Aktivitäten durchgeführt, wie z. B. das Spinnennetz. Es wurden Seile waagrecht und senkrecht zusammengeknotet, bis sie ein Netz bildeten und man musste versuchen, von einer Seite auf die andere zu gelangen, wobei jedes "Feld" nur einmal benutzt werden durfte. Die Schwierigkeit dabei war es, dass wenn ein Seil von nur einem einzigen Schüler berührt wurde, die komplette Klasse nochmal von vorn beginnen musste. Das Durchqueren des Netzes war kompliziert und man musste von seinen Mitschülern getragen und navigiert werden, um die andere Seite zu erreichen. Nachdem diese und weitere körperliche Aktivitäten mit Bravour gemeistert wurden, teilte man sich in Gruppen auf und bearbeitete auf eine kreative Art und Weise verschiedene Aufgaben zum Thema Konflikte, die den anderen Gruppen anschließend vorgestellt wurden. Nach den sehr gelungenen Präsentationen der Gruppenarbeiten nutzte man den letzten Abend zum Kegeln. Am Ende einer langen und spannenden Partie fanden sich die Jugendlichen erneut im Stüberl ein, wo bei gemütlichem Ambiente über die TDOs und andere interessante Themen diskutiert wurde. Den vorletzten Tag in Windberg ließ man mit einer Abendbesinnung ausklingen. Dafür trafen sich die Schülerinnen und Schüler kurz vor dem Schlafengehen in einem fast dunklen Raum, der nur von Teelichtern und Kerzen erhellt wurde. Jeder erhielt eine Decke und sollte es sich so bequem wie möglich machen. Mit einem Schneckenhaus in der Hand lauschte man gespannt Frau Schröders Worten. Hier ein kleiner Auszug daraus: "Ohne Zuhause bin ich so ungeschützt, so verletzlich. Man kann mich so leicht zur Schnecke machen... Das Schneckenhaus in meiner Hand erinnert mich daran: Ich brauche ein Zuhause -in mir- gerade dann, wenn ich aufbrechen will zu neuen Ufern. Ich brauche eine Mitte, von der alle meine Bewegungen ausgehen und zu der sie wieder zurückkehren. Wenn ich das Schneckenhaus drehe, nach rechts und links und dabei auf die Linien schaue, die spiralenförmig nach innen und wieder nach außen führen, dann entdecke ich diese Mitte, die zur Umkehr zwingt und es wird mir bewusst: Sich ins eigene Schneckenhaus, in die eigene Mitte, zurückziehen können schenkt Ruhe, Rast und neue Kraft. Es hilft,sich zu sammeln, sich selbst zu finden... Wer in seiner Mitte zu sich gekommen ist, entdeckt dort aber auch sein Versagen, seine Enttäuschungen, gebrochene Träume, Unbewältigtes [...] Sich selbst aushalten -auch mit seinen Schwächen- kann eigentlich nur der, der in seiner Mitte entdeckt, dass diese Mitte mit einer größeren Mitte zusammenhängt und in ihr geborgen ist. Erst dann wird die eigene Mitte zu einem Zuhause, zur Kraftquelle, von dem aus der Aufbruch neu gewagt werden kann [...] Aber diese größere Mitte können wir uns weder selbst nehmen noch geben. Sie wird uns geschenkt durch Jesus Christus. Er hat es uns versprochen, das Schneckenhaus soll unser Erinnerungszeichen daran sein im Alltag. Wenn er in uns und wir in ihm sind, dann findet Leben statt für uns, dann sind wir in uns selber zuhause."
Auch der zweite und letzte Morgen wurde wieder mit Musik begonnen. Schon vor dem Frühstück packten die Schülerinnen und Schüler ihre Koffer und Taschen. Nach der vorletzten Mahlzeit traf man sich zur fünften und letzten Einheit im Gruppenraum. In dieser sollte man sich mit seinem Glauben beschäftigen und seine Vorstellung von Gott, einer höheren Macht oder die Ursache des eigenen Glücks mit Hilfe einer Zeichnung zu Papier bringen. Anschließend wurden einige der Kunstwerke besprochen. Die Einheit wurde mit einer Feedback-Runde abgeschlossen, die größtenteils sehr positive Rückmeldungen zum Vorschein brachte. Nachdem das letzte Mittagessen eingenommen wurde, war die Stunde der Abreise nah..
Die Tage der Orientierung waren eine sehr schöne und lehrreiche Zeit, die uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Unsere Erwartungen wurden alle erfüllt und wir erlebten auch einige positive Überraschungen. Vielen Dank an dieser Stelle an alle Lehrkräfte, die uns diese schöne Zeit ermöglicht haben!

Annalena Göttl 10B

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