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Jüdisches Leben in Deutschland heute kennenlernen und das nicht durch Buchtexte und Filmausschnitte, sondern durch eine Begegnung mit Jüdinnen und Juden – das ist die Idee hinter dem Projekt „Meet a Jew“, das vom Zentralrat der Juden in Deutschland ins Leben gerufen wurde und unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht. In einer persönlichen Begegnung miteinander reden statt übereinander – das kann Vorurteilen und Stereotypen den Nährboden entziehen.

So freut es uns sehr, dass auch dieses Jahr „Meet a Jew“ am 13.2. und am 27.2. bei uns an der Schule stattfinden konnte. Unser Gast Amy, die bei einer Gruppe von Elisabeth unterstützt wurde, hatte den weiten Weg auf sich genommen, um den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen in jeweils zwei Schulstunden einen Einblick in die Vielfalt jüdischen Lebens zu geben. Dabei standen religiöse Grundlagen, aber v. a. der individuelle, gelebte Alltag der Referenten im Zentrum, der sich in vielen Bereichen recht unterschiedlich darstellte. Allein schon die sehr verschiedenen Biografien der beiden Frauen gaben Anlass zu vielfältigen Fragen – eine als Tochter jüdischer Eltern geborene New Yorkerin, die seit vielen Jahren in das ursprüngliche Heimatland ihrer Mutter zurückgekehrt ist, und eine vor Jahrzehnten konvertierte Jüdin, die bereits durch halb Deutschland gekommen ist. Mit fundiertem Wissen über ihre Religion und auch sehr großer Offenheit bzgl. der eigenen religiösen Praxis und persönlichen Erfahrungen beantworteten Amy und Elisabeth u. a. Fragen wie

Warum beginnt der jüdische Kalender mit dem September und welches Jahr ist gerade?
Welche jüdischen Feste gibt es – und was ist dein Lieblingsfest?
Wie oft gehst du in die Synagoge?
Gibt es einen Unterschied zwischen gebürtigen und konvertierten Juden?
Wie religiös sind deine Kinder? Wäre es für dich schlimm, wenn sie einen Nicht-Juden heiraten?
Was ist dir das Wichtigste in deiner Religion?

Um ihre Erläuterungen zu veranschaulichen, hatten die beiden zahlreiche religiöse Gegenstände, wie Kippot, Gebetsbücher, einen Channukka-Leuchter etc. dabei.

Durch die persönlichen Begegnungen konnten die Jugendlichen Judentum und jüdisches Leben in Deutschland über die Schulbücher hinaus kennenlernen, was nicht zuletzt auch angesichts aktueller Entwicklungen eine wichtige Erfahrung ist.

 

D. Stefan für die Fachschaften Ethik und Religion

Gymnasium Dingolfing